Maschenproben

Maschenproben sind ja ein bisschen so wie die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt: niemand steht drauf, aber im Nachhinein ist man doch immer froh, es gemacht zu haben.

Ich war früher auch immer Team „Pi mal Daumen“, wenn es um die Maschenprobe ging. Ich weiß, dass ich locker stricke, also kann ich von der Zahl auf der Banderole einfach zwei Maschen abziehen, dann kommt das schon hin. Haha. Und ich hab mich immer wieder gewundert, warum Strickstücke irgendwie nicht richtig sitzen wollten.

Wusstet ihr, dass es unheimlich viele Aspekte gibt, die die Maschenprobe beeinflussen? Klar, die Wolle und die Nadelstärke fallen einem sofort ein, aber es gibt noch viel mehr (sicher treffen nicht alle Punkte bei jedem zu, aber einige habt ihr sicher auch schon bemerkt):

  • Euer Stresslevel: wenn ich gestresst bin, stricke ich fester, als wenn ich entspannt bin (und wenn ich müde bin, lockerer als wenn ich topfit bin).
  • Das Material der Nadeln: ich stricke mit Metallnadeln wesentlich fester als mit Holz oder Bambus. Es macht auch einen Unterschied, ob ich mit Nadelspiel oder Rundnadel stricke.
  • Die Art des Strickens, vor allem bei glatt rechts Gestricktem: in Reihen strickt man abwechselnd eine Reihe rechte und eine Reihe linke Maschen und es gibt kaum jemanden, bei dem beide Maschenarten gleich fest sind. Normalerweise sind linke Maschen etwas lockerer, da der Faden einen weiteren Weg nehmen muss (falls ihr natürlich „Englisch“ strickt und den Faden um die Nadel schmeißt, macht es keinen Unterschied). In Runden strickt man alle Maschen rechts und hat diesen Unterschied nicht.
  • Die Länge der Rundstricknadel: wenn ihr in Runden strickt, sollte die Rundstricknadel immer kleiner als der Umfang des fertigen Stückes sein. Je länger das Nadelseil ist, desto mehr müssen die einzelnen Maschen beim Stricken gestreckt werden und desto mehr verziehen sie sich.
  • Die Menge der Maschen: ich selbst merke, dass ich kleine Umfänge, wie z.B. Ärmel wesentlich fester stricke als große Umfänge, zum Beispiel beim Rumpf und je mehr Gewicht ein Strickstück hat, desto fester wird gestrickt (wenn ich die Ärmel also gleich stricke, werden sie tendenziell etwas lockerer als wenn ich sie nach Fertigstellen des Rumpfes stricke).
  • Übung: je länger ich stricke, desto lockerer werden tatsächlich meine Maschen.

Sicher gibt es noch andere Variablen, die mir bis jetzt noch nicht aufgefallen sind. Habt ihr noch Vorschläge? Dann freue ich mich, wenn ihr unten einen Kommentar hinterlasst 🙂

Wenn man sich mal bewusst macht, was da alles so reinspielt, versteht man viel besser, warum die Maschenprobe so wichtig ist. Dabei geht es aber natürlich auch darum, die Bedingungen beim Stricken möglichst gut zu imitieren, um auch wirklich belastbare Ergebnisse zu bekommen.

  • Strickt die Maschenprobe mit genau den gleichen Nadeln, mit denen ihr später auch das Strickstück in Angriff nehmt.
  • Wascht und spannt die Maschenprobe so, wie ihr es mit dem fertigen Pulli etc. auch tun werdet.
  • Messt genau: eine halbe Masche sind auf 10 cm nicht viel, aber auch die summieren sich und verfälschen am Ende das Ergebnis. Klar, wenn ihr einen Oversize-Pulli mit NS 2,5 strickt, könnt ihr die sicher vernachlässigen (aber wer das tut, ist eh schon jenseits von Gut und Böse…), aber stellt euch mal vor, ihr strickt ne grobe Strickjacke auf 10er Nadeln und habt statt 6 Maschen 6,5. Das sind fast 10% mehr Weite am Ende!
  • Schummelt nicht: wenn ihr später in Runden strickt, dann macht auch die Maschenprobe in Runden (außer ihr wisst, dass es bei euch keinen Unterschied macht).
  • Achtet darauf, wie die Maschenprobe in der Anleitung angegeben ist: glatt rechts oder im Muster?
  • Überlegt euch, ob die Maschenprobe in der Höhe für das Projekt relevant ist. Bei vielen Anleitungen wird die Länge in cm statt in Reihen angegeben, sodass die Höhe eurer Maschen oft vernachlässigt werden kann. Allerdings kann es auch hier zu Abweichungen kommen. Ein V-Ausschnitt wird zum Beispiel mehr oder weniger spitz, je nachdem wie hoch eure Maschen im Vergleich zur Breite sind. Bei Loch- oder Strukturmustern kann ein Höhenunterschied durchaus für Verzerrungen sorgen.
  • Probiert verschiedene Nadelstärken aus! Am besten strickt ihr die Maschenprobe mit der Stärke, die euer Gefühl euch empfiehlt und dann noch mal mit einer halben Nummer größer und einer halben Nummer kleiner. So könnt ihr auch schauen, ob euch das Ergebnis auch gefällt (nur weil man auf die richtige Maschenprobe kommt, heißt das noch nicht, dass die Wolle auch für ein bestimmtes Strickprojekt geeignet ist – aber dazu demnächst mehr!). Ich kann mittlerweile ganz gut schätzen und stricke nur eine Probe. Selten kommt dann noch eine zweite hinzu, weil ich doch mal daneben lag. Auch hier hilft einfach Übung.
  • Beschriftet eure Maschenproben, dann spart ihr euch für zukünftige Projekte Arbeit (vielleicht ist das Ergebnis der Maschenprobe für euer aktuelles Projekt nicht passend, aber in zwei Monaten passt sie perfekt für ein anderes; ich verspreche euch, wenn ihr euch nichts notiert habt, müsst ihr noch mal von vorne beginnen 😉 ). Um mir das Leben leichter zu machen und alle nötigen Infos immer gleich parat zu haben, habe ich vor Kurzem eine Vorlage gebastelt, auf der alle nötigen Infos notiert werden können. Es geht zwar sicher schicker (Layout war noch nie meine Stärke), aber es geht ja um das, was drauf steht 🙂 Wenn ihr sie stylischer haben wollt, tobt euch ruhig selbst aus (es soll ja Leute geben, denen das Spaß macht… ich steck die Zeit dann lieber ins Stricken 😊). Die Vorlage findet ihr unter Anleitungen (ganz unten).

Je länger ich stricke, desto mehr freunde ich mich mit der Maschenprobe an (mit dem Zahnarzt lässt diese Entwicklung leider noch auf sich warten…). Jetzt muss ich nur noch überlegen, was ich mit den ganzen kleinen Flicken anstelle, denn irgendwie sind sie doch zu schade, um einfach in einer Kiste zu lagern. Habt ihr Ideen?

EDIT: da hab ich doch glatt vergessen, was zu den Maschenproben in Runden zu schreiben… Also, natürlich könnt ihr einfach in Runden stricken, aber das dauert natürlich viel zu lang für ne popelige Maschenprobe. Wenn es z.B. um einen Musterpulli geht, könnt ihr das Muster testen, indem ihr einfach eine Mütze mit den entsprechenden Rapporten strickt, dann habt ihr sogar richtig was von eurer Maschenprobe. Wenn es aber um ein einfaches Austesten einer Garn-Nadel-Kombination geht, empfehle ich folgende Methode: Ihr schlagt so viele Maschen an, wie ihr für eine flache Maschenprobe auch nehmen würdet und strickt die erste Reihe. Dann schiebt ihr die gestrickten Maschen wieder an den Anfang der Nadel, lasst ca 15 cm Faden hängen und strickt die Reihe wieder von der Vorderseite ab. So macht ihr das bis zum Abketten. Am Ende schneidet ihr die Fäden einfach in der Mitte durch und sie hängen links und rechts wie Fransen weg. Solange ihr nicht wie wild an der Maschenprobe zieht, lösen sie sich auch nicht und ihr könnt sie ganz normal waschen und spannen.

Was ich von Teststrickerinnen erwarte

Nachdem ich selbst schon unzählige Male Anleitungen anderer Designerinnen getestet habe, kenne ich diese Seite nur zu gut und weiß genau, welche Probleme oder Unklarheiten beim Testen auftreten können. Nun bin ich auf der anderen Seite gelandet und habe bei meinen ersten Tests durchaus immer wieder auch negative Erfahrungen machen müssen (neben vielen positiven, das will ich hier explizit betonen).

Um mir und zukünftigen Testerinnen das Leben etwas leichter zu machen, habe ich einmal aufgeschrieben, was ich erwarte, wenn ihr eine meiner Anleitungen testet. Wahrscheinlich hat jede von uns unterschiedliche Vorstellungen, und daher ist mir wichtig, dass Klarheit herrscht, bevor ihr euch auf den Test einlasst.

  • Proaktive Kommunikation

Manchmal habe ich mich vielleicht umständlich oder missverständlich ausgedrückt oder aber tatsächlich auch mal einen groben Fehler gemacht. Um genau diese Stellen zu finden, wird ja getestet. Sollte euch daher irgendetwas komisch vorkommen: meldet euch! Damit erspart ihr euch viel Arbeit, falls ihr nochmal etwas auftrennen müsst und mir das schlechte Gewissen 😊

  • Beantworten eines Fragebogens

Natürlich habt ihr im Idealfall auch während des Strickens schon die ein oder andere Information an mich weitergegeben. Damit ich aber nichts vergesse und vor allem alle wichtigen Details auf einmal und im notwendigen Format habe, gibt es einen kleinen Fragebogen, den ihr am Ende ausfüllt.

  • Abweichungen von der Anleitung nur nach Rücksprache und OK von mir

Das Schöne beim Stricken ist ja, dass man das Meiste nach eigenen Vorlieben und Vorstellungen abändern kann. Das ist wunderbar und macht auch für mich einen großen Teil der Faszination aus. Aber: beim Testen geht es nun mal darum, zu überprüfen, ob die Angaben so, wie sie dastehen, auch passen. Und das ist schwierig, wenn die Testerinnen hier ihre Kreativität ausleben. Manche Änderungen kann ich natürlich akzeptieren (wenn ihr z.B. eine andere Methode habt, Knopflöcher zu arbeiten, dann ist das im Normalfall kein Problem; genauso könnt ihr einen eigentlich einfarbigen Pulli mit Streifen stricken, falls euch das besser gefällt oder ihr nicht genug Wolle in einer Farbe habt). Wenn ihr aber beispielsweise ein Lochmuster durch ein anderes ersetzen wollt oder in Reihen statt in Runden stricken möchtet, dann könnt ihr ja beim Stricken gar nicht mehr überprüfen, ob meine Anleitung stimmt.
Falls ihr also etwas ändern möchtet, fragt nach (und seid aber darauf vorbereitet, dass ich auch mal Nein sagen muss).

  • Einhalten der Maschenprobe

Die Maschenprobe wird von vielen Strickerinnen ja eher stiefmütterlich behandelt und auch ich habe mich lange Zeit geweigert, eine anzufertigen. Beim Testen ist sie aber unabdingbar, denn nur wenn ihr die exakt richtige Zahl an Maschen auf eine bestimmte Breite strickt, sind die Maße am Ende so wie in der Anleitung angegeben (und wenn nicht, dann stimmt etwas mit der Anleitung nicht). Die Berechnung der richtigen Maschenzahl für die unterschiedlichen Größen ist der Knackpunkt einer jeden Anleitung und neben der Verständlichkeit und etwaigen Tippfehlern Hauptgrund für das Testen! Bevor ihr euch also für einen Test bewerbt: macht eine Maschenprobe mit dem geplanten Garn und wascht und spannt sie so, wie ihr später auch das Strickstück waschen und spannen werdet. Wenn die Maße nicht passen, könnt ihr eine andere Nadelstärke oder ein anderes Garn ausprobieren, so lange, bis ihr auf die erforderlichen Maße kommt. Manchmal passiert es auch, dass ihr beim Stricken dann doch von der Maschenprobe abweicht (wenn man gestresst ist, strickt man zum Beispiel fester als wenn man entspannt ist) und in dem Fall solltet ihr das einfach ehrlich sagen.

  • Vertrauensvoller Umgang mit der Anleitung

Es versteht sich von selbst, aber der Vollständigkeit halber möchte ich es hier mit aufführen: alle Dokumente, die ihr von mir erhaltet, sind ausschließlich für euch bestimmt und dürfen nicht weitergegeben werden. Für den privaten Gebrauch dürft ihr die Anleitung so oft nacharbeiten wie ihr mögt. Falls ihr an einer kommerziellen Nutzung Interesse habt, könnt ihr euch gerne mit mir in Verbindung setzen und dann finden wir sicher eine Lösung.

Das klingt jetzt alles sicher ein wenig streng, aber eigentlich sind das ganz normale Grundregeln fürs Testen, die ihr so oder so ähnlich auch bei ganz vielen anderen findet. Ich habe sie nur extra klar formuliert, damit es keine Missverständnisse gibt. In der Hoffnung, dass ich euch jetzt nicht verschreckt habe freue ich mich auf viele neue Testerinnen 😊!

What I expect from testers

Having been a tester for numerous designers I know that side of the process pretty well and know what kind of issues can come up during a test. Now that I have switched sides I have had my fair share of less-than-perfect experiences with testing (while also having some absolutely wonderful testers!) so that I decided to write down what I expect from testers. That way there is clarity from the start and everyone knows what they’ll get themselves into.

  • Proactive communication

There might be passages in the pattern that are misleading or simply incorrect. And part of testing is finding exactly those passages. So please, if you come across something that is unclear or wrong or you just feel unsure: get in touch! That way you won’t have to unravel later when it turns out I did indeed make a mistake and I won’t feel that bad about it 😊

  • Giving feedback

At the end of the test you will receive some feedback questions. Even if you already sent some feedback during the test, please take a few minutes to answer the questionnaire so that I have all the necessary info in one place and don’t forget anything important.

  • No modification without my consent

Being able to modify a pattern according to your needs and preferences is one of the most fascinating aspects of knitting. However, when you are testing for me I need you to follow the instructions exactly so that we can test all aspects of the pattern. Some modifications are usually fine (using more colors than called for, using your preferred cast on or bind off technique…) while others are definitely not going to happen (substituting a lace pattern with a different one, knitting flat instead of in the round…) because they deviate too much from the pattern. In any case: you need to let me know what part you would like to alter and you can only go ahead with my okay.

  • Gauge is critical

Before starting, please make sure you get the correct gauge (after washing and blocking). If it doesn’t work out, try using different needles or different yarn until you get it right. Gauge is such a critical aspect in testing, because if your gauge is off, we won’t be able to determine if the measurements I give in the pattern are accurate.

  • All documents are for your eyes only

This usually goes without saying, but I just want to add it to the list to be extra sure: any document I send you is for your eyes only. You can work the pattern as many times as you like as long as it’s for private use. If you are interested in selling products made from my patterns, please get in touch.

I know that those rules might seem strict at first, but they are necessary for a smooth testing process. If you can agree to those terms, I am looking forward to adding you to my tester list! 😊

Tester*innen gesucht!

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Windelhöschen aus Drops Cotton Merino

Heute möchte ich mich mal auf die andere Seite begeben und suche ein paar Stricker*innen, die mein Windelhöschen testen wollen.

Wen ich suche: je zwei Leute für die Größen 50/56, 62/68 und 74/80

Was ihr braucht: ca. 40/50/70 Gramm Garn in DK-Stärke, mit dem ihr auf eine Maschenprobe von 19×31 M kommt; die Längen sind in cm angegeben, es geht also hauptsächlich um die richtige Breite und die entsprechende Nadel als Rundnadel oder Nadelspiel (oder beides). Ich habe Drops Cotton Merino und 3 mm verwendet. Außerdem braucht ihr einen Garnrest (ca. 5-10 Gramm) für die Kordel.

Was ihr können müsst: provisorischer Maschenanschlag*, rechte Maschen, linke Maschen, Umschläge, Maschen zusammenstricken, verkürzte Reihen, Abnahmen, Maschen für die Beinbündchen auffassen, Maschenstich*, abketten, I-cord* (die mit * versehenen Fertigkeiten lassen sich notfalls umgehen – oder ihr lernt sie einfach, falls ihr sie noch nicht könnt 😊).

Wie viel Zeit ihr braucht: 6-10 Stunden, je nach Größe und Erfahrung.

Wann ihr fertig sein müsst: zwei Wochen nachdem die Anleitung verschickt wurde (das passiert vermutlich im Laufe der nächsten Woche).

Was ich erwarte: ihr strickt die Anleitung und meldet Fehler und Unklarheiten (auch Tippfehler, Formatierungsfehler, unklare Formulierungen etc. – seid schonungslos!). Ihr notiert euren Garnverbrauch und vermesst die fertige Hose, damit ich einschätzen kann, ob die Maße der Anleitung passen. Ihr schickt mir Bilder (die ich nur mit eurer ausdrücklichen Genehmigung veröffentlichen werde; hauptsächlich geht es mir um die Passform und darum, einfach zu sehen, ob alles stimmig ist), am besten auch am Modell (da reicht ein kopfloses anonymes Bild völlig aus).

Was ihr bekommt: Jeder, der das Höschen testet, erhält im Anschluss die fertige Version der Anleitung. Da dies meine erste „richtige“ Anleitung ist, kann ich euch leider keine weitere anbieten (außer denen, die es sowieso schon kostenlos auf meinem Blog gibt). Alle, die innerhalb der Deadline fertig werden, sämtliche erforderlichen Informationen an mich weiterleiten und entweder ein Projekt auf Ravelry anlegen oder das Höschen in einem Instagram-Post verlinken (natürlich dürft ihr auch gerne beides machen) dürfen sich eine meiner zukünftigen Anleitungen aussuchen, sobald diese veröffentlicht sind. Unter allen, die diese Kriterien erfüllen, verlose ich außerdem ein kleines Garnpaket, um die Hose in der von euch gewünschten Größe noch einmal zu stricken (das ist natürlich kein Muss, sobald die Wolle euch gehört, dürft ihr damit machen, was ihr wollt 😉).

Wie ihr euch bewerbt: schickt mir entweder eine Nachricht auf Instagram oder an evastrickt@gmail.com und schreibt dazu, welche Größe ihr stricken möchtet, welches Garn ihr verwenden wollt und ob ihr ein Popo-Model für ein Passformfoto zur Verfügung habt (das ist kein Muss, aber es wäre super, wenn ich pro Größe zumindest eines hätte).

Ich freu mich auf eure Nachrichten!

Strick- und Häkelpläne für 2020 – Teil 1

Habt ihr euch Neujahrsvorsätze gemacht? Im echten Leben habe ich das aufgegeben. Ja, ich möchte gerne die letzten Babykilos loswerden, aber daran arbeite ich schon seit November und brauche den Jahreswechsel nicht. Mehr Bewegung? Dank täglicher Kinderwagenrunde habe ich jeden Abend so viele Schritte auf der Uhr wie zu den besten Lauftrainingszeiten. Mehr trinken? Wenn Kaffee zählt bin ich schon mittags mit den zwei Litern fertig (das ist eine literarisch wertvolle Übertreibung, ihr braucht euch um mein Herz keine Sorgen machen!). Mindestens 8 Stunden Schlaf? Das ist definitiv mein Lieblingsvorsatz und ich hätte ihn gerne auf der Liste, aber aus Gründen ist der ja schon von vornherein zum Scheitern verurteilt und das ist dann doch demotivierend. Also keine Vorsätze. Zumindest im echten Leben.

Durch den #meinkreativerjahreswechsel von Caro und Lisa auf Instagram habe ich mir viele Gedanken über mein Strickverhalten gemacht und Verschiedenes festgestellt:

  • es macht mir einfach immer noch so unglaublich viel Spaß
  • ich habe so viel Wolle, dass ich mindestens zwei Jahre lang stricken und häkeln könnte ohne einkaufen zu müssen
  • ich habe so viele Anleitungsbücher und -hefte, aus denen ich nicht eine einzige Anleitung gearbeitet habe
  • ich ziehe viele selbsgestrickte Pullis nicht an, weil sie entweder nicht ideal passen oder mir die Farbe nicht so gut steht/gefällt
  • ich kaufe oft Wolle im Angebot auf Vorrat und habe dann nicht die richtige Menge, wenn ich etwas bestimmtes machen möchte
  • ich sollte WIRKLICH endlich IMMER eine Maschenprobe machen

Was macht man nun mit diesen Erkenntnissen? Für mich als alte Planungstante war klar: ich brauche einen Plan! Am einfachsten erschien mir die Sache mit den Anleitungen, also habe ich mir die zuerst vorgenommen:

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Aus allen Heften, Büchern und bezahlten Anleitungen auf Ravelry werde ich dieses Jahr etwas machen. Bei den Heften und Büchern habe ich mir als Ziel jeweils mindestens 1 Anleitung gesetzt, bei Ravelry möchte ich 50% „abarbeiten“. Als nächstes habe ich mich hingesetzt und mit Post-Its alle die Anleitungen markiert, die mir so gut gefallen, dass ich mir auch vorstellen kann, sie gerne zu stricken. Dann habe ich überlegt, welche davon aus Stashwolle zu stricken sind und welche ich/der Knirps/andere glückliche Leute auch wirklich nutzen würden. So habe ich ziemlich schnell viele Post-Its wieder entfernen können und hatte eine überschaubare Liste. Darüber werde ich an anderer Stelle noch genauer berichten.
Vorsatz 1 also: Vorhandene Anleitungen stricken!

Das mit der Maschenprobe sollte ja eigentlich auch problemlos umzusetzen sein, wenn ich nicht so unheimlich undiszipliniert wäre (also zumindest in diesem Bereich). Wenn ich ein neues Projekt im Kopf habe, will ich einfach SOFORT anfangen und dann ist so eine Maschenprobe, die am Ende auch noch gewaschen werden und trocknen muss, einfach super hinderlich. Ich kann aber stolz berichten, dass ich für zwei von drei in diesem Jahr begonnenen Projekte tatsächlich eine gestrickt habe. Einmal bei einem Teststrick, da muss ich ja, und einmal bei einem Pullunder für meine Mama (an der Anleitung bastel ich gerade, es wird ihn in gaaaaaanz vielen Größen geben). Wenn ich für mich selbst stricke, bin ich eher Typ „Pi mal Daumen“ (da lässt sich dann auch ein gewisser Zusammenhang zu einem anderen Punkt oben auf der Liste finden, denn ich gebe ja zu, mit einer guten Maschenprobe würden viele Pullis eindeutig besser sitzen).
Vorsatz 2: Konsequent Maschenproben stricken!

Damit dieser Post nicht wieder Ewigkeiten warten muss, bis er veröffentlicht wird, habe ich beschlossen, einfach mehrere kürzere Teile zu machen. Ich Fuchs! Das nächste Mal geht es also weiter mit noch mehr Vorsätzen und dem ein oder anderen Geständnis…

Bis bald!

Gegen den Novemberblues

Um dem trüb-grauen Novemberwetter zu trotzen, hab ich mir ein sonnengelbes Stirnband gestrickt! Und damit ihr das auch tun könnt, gibt es die Anleitung gleich mit dazu! Besser als jedes Antidepressivum: Strickt euch ein super warmes, flauschiges Stirnband in jeder Farbe des Regenbogens! Oder auch nur eines, das reicht schon 🙂
Der Knirps braucht gerade viel Aufmerksamkeit, deswegen war’s das schon für heute. Bis bald 🙂

Das beste FO des Jahres :)

Mein bisher wichtigstes WIP ist endlich zum FO geworden 😉 Ende August ist der kleine Knirps bei uns eingezogen und stellt seither alles auf den Kopf!

Ich durfte schon lernen, dass Größenangaben auch nur Schätzwerte sind (was bei Handgestricktem besonders ärgerlich ist), Mützen entweder zu klein oder zu groß sind, aber nie richtig passen, und dass man die Waschmaschine mit den Babyklamotten lieber nicht direkt nach einer schwierigen Nacht anstellt (Filz ist ein tolles Material, aber nicht, wenn es mal ein flauschiger Babypulli war…).

Die Strickzeit hält sich naturgemäß derzeit in Grenzen, wobei ich überrascht bin, wie viel ich dann doch schaffe. Da ich tagsüber nicht besonders gut schlafen kann ist „schlafe, wenn das Baby schläft“ eher nix für mich und so gibt es doch die ein oder andere Strickpause während der kleine Dino neben mir schlummert. Dino ist auch ein gutes Stichwort, denn meine neueste Anleitung ist nach einem benannt: der Bronchosaurier-Halwärmer. Als Jungsmama habe ich mich natürlich schon mit sämtlichen Dino-Namen vertraut gemacht und auch wenn der Knirpspapa mich ausgelacht hat, weil es ja wohl bitte Brontosaurier heißt, ist er derjenige, der falsch liegt! Denn ein Bronchosaurier ist ganz klar ein Dino, der sich schön warm eingepackt hat, damit er sich nicht erkältet. Logisch!

Halswärmer Bronchosaurus


Babys haben zwar nicht besonders viel Hals (bei manchen sucht man ihn ziemlich vergeblich), aber selbst das kleine bisschen Haut unterm babyspeckigen Doppelkinn soll ja nicht frieren. Erst hatte ich überlegt, für unseren Krümel einen Schal zu stricken, aber da friemelt man sich ja beim Anziehen nen Wolf und im Kinderwagen verrutscht das Ding dann ganz sicher wieder. Also musste eine andere Lösung her – ein Halswärmer, der Hals und Brust wärmt, nicht aufträgt und dabei auch noch optisch was hermacht!

Ein bisschen wächst er sogar mit, denn ich habe den Rippenteil so konzipiert, dass man ihn anfangs umklappen kann und später, wenn der Hals dann schwanengleiche Ausmaße annimmt, lässt man ihn einfach hochgeklappt als Stehkragen.

Bisher gibt es nur eine Größe, und ich würde sagen, sie entspricht etwa 0-6 Monate (natürlich je nach Baby – unser Knirps ist jetzt mit knapp 8 Wochen so schwer wie manche Babys bei der Geburt und wäre in den ersten Wochen wahrscheinlich in dem Kragen versunken…).

Und bevor die nächste Raubtierfütterung ansteht, lasse ich euch schnell noch die Anleitung zum Halswärmer da. Ich werde sie auch so fix wie möglich bei Ravelry [Edit: hier ist sie!] einstellen und würde mich freuen, wenn ihr eure Projekte dort verlinkt, damit ich sehen kann, was ihr Tolles zaubert!

Wie immer ist die Anleitung außer von mir nicht getestet worden – dafür kriegt ihr sie auch kostenlos. Solltet ihr Fehler finden oder Anregungen haben, freue ich mich über eure Nachrichten.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Stricken!

Knirps

Dieser Post enthält Informationen, die man als Werbung betrachten könnte. Unbezahlt und aus Überzeugung.

Ach herrje, jetzt ist schon wieder so viel Zeit vergangen. Es war aber auch stressig in den letzten Wochen! Jetzt sind zum Glück Ferien und ich kann alles etwas ruhiger angehen lassen. Nach den Ferien muss ich dann nur noch drei Wochen arbeiten, bis der Mutterschutz beginnt. Aber statt entspannt auf dem Balkon zu sitzen, den Sommer zu genießen und weiter fleißig an der Knirps-Garderobe zu arbeiten, wird erstmal umgezogen. Das ging leider nicht früher, und so muss ich mich meinem Schicksal fügen, als Nebendarsteller alles eher vom Rand aus zu beobachten. Dabei hab ich doch so gerne die Kontrolle… Ich hoffe, es geht trotzdem alles gut. Zur Ablenkung war ich am Wochenende mal wieder kreativ und habe einen Babybody entworfen. Diesmal in gehäkelt!

Der Häkelbody entstand, nachdem ich mich im „Sinchens“ in Fürth (ganz toller Laden, da müsst ihr unbedingt mal vorbeischauen) mit einer anderen Kundin länger darüber unterhalten habe, dass es so viele schöne Strickanleitungen für Bodys gibt, aber kaum welche zum Häkeln. Also habe ich mich kurz darauf einfach mal hingesetzt und rumprobiert 😊. So schwer war es dann tatsächlich nicht und vielleicht ist das auch der Grund, warum es so wenige Anleitungen gibt? Weil man es ganz einfach auch ohne hinbekommt? Ich habe mich aber trotzdem dazu entschieden, die Anleitung zu schreiben, denn nur weil es einfach ist, heißt das ja nicht, dass man nicht manchmal zu faul zum Denken ist und einfach nur Anweisungen folgen möchte (so kenne ich das zumindest von mir 😉 ). Außerdem finde ich, dass es auch für Anfänger tolle Anleitungen geben sollte, deswegen sind die Ausführungen sehr genau.

Gehäkelt habe ich den Body aus Drops Cotton Merino. Dabei habe ich ca 75 Gramm verbraucht und das Resultat entspricht etwa Größe 56. Den Ravelry-Eintrag dazu findet ihr hier. Das Blau hat mich dann dazu veranlasst, Knöpfe mit Segelbooten zu suchen. Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden, denn ich hätte lieber welche in der Form eines Bootes gehabt, aber ich denke, die tun es auch 🙂 Und wie es der Zufall so will, hatte ich schon ein paar Sachen für den Kleinen besorgt, die perfekt zum Body passen, so dass er im Sommer farblich perfekt ausgestattet sein wird (ja, mir ist auch erst nach der Fotoaktion aufgefallen, dass die Wale falsch herum liegen…).
Falls ihr Lust habt, auch so einen süßen Body zu häkeln, gibt’s hier die Anleitung:

Knirps bei Ravelry

Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Projekte auf Ravelry verlinkt und auch über Feedback freue ich mich sehr!
Jetzt packe ich noch einen Umzugskarton und danach geht’s ab auf den Lieblingssessel zum Stricken und Ferien Genießen.

Viel Spaß beim Häkeln und bis bald,
Eva

Test, 2, 3, 4

Wie der Titel schon verrät, soll es heute um Tests gehen. Wer mich kennt, weiß, dass ich Tests liebe (als Schülerin hatte ich eine Freundin, mit der ich mich am Wochenende getroffen habe, um selbsterstellte Tests über den aktuellen Schulstoff zu schreiben – ich hab nie behauptet, dass ich eine von den coolen Kids gewesen bin…). Mittlerweile teste ich allerdings nicht mehr mein Wissen über punische Kriege oder Infinitesimalrechnung, sondern – viel besser – Strickanleitungen! Gerade bei Anleitungen, die später nicht kostenlos zur Verfügung gestellt werden, greifen viele Designer auf die Möglichkeit zurück, die Anweisungen vorab prüfen zu lassen. Dabei geht es vor allem darum, eventuelle Fehler zu finden, aber auch, Garnmenge und Größenangaben zu überprüfen, oder unklare Formulierungen zu ändern.

Bezahlt wird man dafür als Strickerin mit der fertigen Anleitung und – bei großzügigen Designerinnen – mit einer weiteren Anleitung aus deren Repertoire. Daher sollte man sich auch vorher überlegen, ob man an einem bestimmten Teststrick teilnehmen möchte. Im Normalfall teste ich nur solche Designs, die mir persönlich richtig gut gefallen und die ich verwenden kann – auch wenn es ein Babypulli ist, der in die Geschenkekiste wandert. Letztens wurde ich auf Ravelry von einer Designerin angeschrieben. Sie hatte meine ausführlichen Kommentare (ich bin schließlich studierte Fehlerfinderin…) in einer Teststrickgruppe gelesen und bot mir einige ihrer Anleitungen zum Testen an. Obwohl mir ihr Stil durchaus gefallen hat, habe ich ihr abgesagt, da es sich um Stulpen, Kinderschals und ähnliches gehandelt hat, wofür ich einfach keine Verwendung habe.

Meistens läuft es jedoch andersherum: in diversen Gruppen auf Ravelry posten Designer ihre Projekte und suchen Tester. Oft wird einfach nach der Reihenfolge der Rückmeldungen ausgewählt, manche Designer haben aber einen richtigen Casting-Prozess, besonders wenn es sich um bekanntere Leute handelt. Für richtig große Designerinnen wurde ich bisher nur selten ausgewählt (wahrscheinlich auch, weil ich erst seit kurzem auch Kaufanleitungen stricke – aber dazu mal in einem anderen Post), aber dafür habe ich ein paar wundervolle Anleitungen von meist unbekannteren kreativen Köpfen stricken dürfen.

Was mir aufgefallen ist, ist, wie unterschiedlich die Designerinnen auf Kritik reagieren. Genau darum geht es ja eigentlich, denn nur wenn Schwachstellen in der Anleitung erkannt werden, profitieren die Designerinnen richtig vom Test. Ich hatte allerdings schon sämtliche Reaktionen: von überschwänglicher Freude darüber, dass mir falsche Satzzeichen und Formatierungsfehler aufgefallen sind bis hin zu eher eingeschnappten Bemerkungen darüber, dass es darauf bei einer Anleitung ja nun wirklich nicht ankäme (hier bin ich definitiv anderer Meinung: wenn ich für eine Anleitung zahle, erwarte ich auch, dass  sie fehlerfrei ist – in jeglicher Hinsicht!).

Außerdem ist es auffällig, wie unterschiedlich gut die Kommunikation funktioniert. Erstaunlicherweise sind es gerade die Designerinnen, die das Stricken und alles drum herum zu ihrem Beruf gemacht haben, bei denen ich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich habe gerade erst einen Test für ein wirklich namhaftes, international erfolgreiches Designerteam abgeschlossen und bis jetzt keine Rückmeldung  erhalten (Deadline war der 19. April, meine endgültige Rückmeldung inklusive aller Details haben sie am 13. April bekommen).  So etwas ärgert mich sehr, vor allem, wenn man weiß, wie es anders auch sein kann.

Laut meiner Ravelry-Übersicht habe ich bisher an 28 Tests teilgenommen. Die meisten davon haben richtig viel Spaß gemacht und es sind richtig schöne Sachen entstanden. Demnächst werde ich dann wohl mal die Seiten wechseln, denn ich arbeite gerade daran, für Nöfte und Krümel weitere Größen auszurechnen und bin dann selbst darauf angewiesen, fleißige Testerinnen zu finden. Dank der tollen Lanade-Gruppe auf Ravelry habe ich aber schon ein paar Angebote bekommen und freue mich schon darauf.

20190429_084315Und damit der Test möglichst bald beginnen kann, werde ich mich jetzt mit Taschenrechner, Maßband und einer großen Tasse Kaffee auf die Couch verziehen und tüfteln. Und anschließend natürlich noch ein bisschen stricken – passenderweise ein Teststrick 🙂 Das wird ein kleiner Pulli (3-6 Monate) mit Perlmuster und glatt rechts gestrickten Ärmeln. Die Anleitung ist von MakerandMend und ich sage Bescheid, sobald sie veröffentlicht ist. Bis jetzt gefällt es mir ausgezeichnet und das Garn (Drops Baby Merino) ist ein Traum (das kann man leider wegen dem Schietwetter gerade nicht so gut erkennen, aber es ist ein traumhaftes Olivgrün, das teilweise etwas golden schimmert!).

Jetzt aber ab auf die Couch!
Bis bald, Eva

Krümel

Hui, Ferien machen so produktiv! 🙂 Ich habe tatsächlich schon meine zweite Anleitung fertig und arbeite an der dritten. Aber keine Angst, zwischendurch stricke ich ganz viel und Krümelchens Garderobe wächst fleißig. Ich liebe es ja auch, an Teststricks teilzunehmen (gerade habe ich drei kleine Teile dafür auf den Nadeln) und werde dazu demnächst auch mal was schreiben.

Heute soll es aber um Krümel gehen (nicht den in meinem Bauch, sondern den zum Anziehen). Ich habe das halbe Internet durchforstet auf der Suche nach einer simplen Anleitung für ein kraus rechts gestricktes Jäckchen, für die ich keine 7 Euro hinblättern muss, nur um dann festzustellen, dass ich das auch so gekonnt hätte… Nachdem ich erfolglos geblieben bin, hab ich dann kurzerhand beschlossen, dass das so schwer nicht sein kann und – Überraschung! – das war es auch nicht 🙂 Und um bei eventuellen Problemen nachvollziehen zu können, wo das ganze schief gelaufen ist, habe ich alles aufgeschrieben, was ich gemacht habe. Aus dem deutsch-englisch-Strickabkürzungskauderwelsch ist dann auch noch eine hoffentlich verständliche Anleitung geworden, die ihr unten nachlesen könnt.

Verwendet habe ich einen traumhaften Gelbton aus der Landlust Sommerseide. Die hab ich am Samstag beim Bummeln bei Casa Lana in Erlangen entdeckt und musste daraus unbedingt was Hübsches stricken. Zwischenzeitlich hatte ich überlegt, noch einmal eine Pullimenge für mich zu kaufen, aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich Baumwolle (selbst wenn sie wie hier mit Seide kombiniert ist) einfach nicht so gerne in großen Mengen stricke. Ich bin da eher Team Merino.


Herausgekommen ist ein Jäckchen in ungefähr Größe 3-6 Monate. Das ist bei Babys ja immer etwas schwierig zu bestimmen. Bisschen blöd, weil das meinem Knirps dann wohl mitten im Winter passt und da ja dann doch Wolle ein bisschen angepasster wäre. Aber warten wir mal ab, wie der Winter wird, vielleicht habe ich ja doch Verwendung (und wenn nicht, finde ich sicher einen Abnehmer). Oder ich kriege ein Riesenbaby (bitte nicht!). Oder ich stricke die Anleitung einfach nochmal in kleiner und habe dann gleich noch eine Größe mehr anzubieten 🙂

So, jetzt ist aber Stricken angesagt. Deswegen ohne weitere Umschweife hier die Anleitung. Bei Fragen wendet euch bitte gerne an mich – getestet wurde nämlich außer von mir noch nicht und so gerne ich auch manchmal das Gegenteil behaupte, passieren mir doch ab und zu Fehler 😉

Bis bald, Eva

Anleitung Krümel

Garn: Landlust Sommerseide (50% Baumwolle, 50% Seide; Lauflänge 170 m auf 50 gr), hier in einem wunderschönen Gelb; Verbrauch ca. 80 Gramm (306 m)

Nadel: 3 mm (Rundnadel) und bei Bedarf 2,75 mm (Nadelspiel); Nähnadel zum Fäden vernähen (Hinweis: Ich habe alles auf einer Rundnadel mit 40 cm Länge gestrickt; wer die Ärmel in Runden stricken möchte, braucht eventuell ein Nadelspiel; wenn ich die Ärmel rund stricke, ist meine Maschenprobe immer ein klein wenig anders, deswegen empfehle ich eine Nadelstärke kleiner; ob ihr das braucht, müsst ihr natürlich selbst entscheiden)

Knöpfe: 7 Stück (oder so viele wie ihr Knopflöcher habt) in passender Größe und Farbe

Sonstiges: Restwolle für Marker und um die Ärmel stillzulegen (wer es lieber schick mag, darf auch hübsche Maschenmarkierer und extra Nadeln zum Stilllegen benutzen 😊 )

Maschenprobe: 23 x 36 auf 10 cm (nach dem Spannen)

Verbrauch: ca. 80 Gramm (306 m)

Benötigte Kenntnisse: Maschen anschlagen, rechte Maschen in Reihen (wer die Ärmel in Runden stricken mag braucht auch rechte und linke Maschen in Runden), Abnahmen, Umschläge, Abketten; Matratzenstich zum Zusammennähen (falls Ärmel in Reihen gestrickt werden)

Abkürzungen:

  • *…*: das Muster zwischen den Sternchen wiederholen
  • HR: Hinreihe
  • l: links stricken
  • M: Masche
  • r: rechts stricken
  • RR: Rückreihe
  • 2zus: 2 Maschen rechts zusammenstricken

Hinweise:

Die Knopflöcher werden bei diesem Jäckchen direkt mit eingestrickt. Ich fand einen Abstand von 6 Krausrippen (= 12 Reihen kraus rechts) besonders schön, ihr könnt das aber nach Belieben anpassen.

Die Raglanzunahmen werden durch Umschläge gemacht, die absichtlich kleine Löcher entstehen lassen. Wer das nicht mag, kann statt den Umschlägen M1L und M1R (Maschen aus dem Querfaden aufnehmen, links- oder rechtsgeneigt) arbeiten, oder die vorletzte Masche vor dem Marker und die zweite Masche nach dem Marker vorne und hinten abstricken.

Um eine möglichst schöne Kante zu haben, wird die erste Masche jeder Reihe wie zum linksstricken mit dem Faden vor der Arbeit abgehoben und festgezogen. Bei den Ärmeln in Reihen erleichtert das außerdem später das Zusammennähen.

Raglanpasse:

Mit Nadel 3 mm 60 M anschlagen.

Vorbereitungsreihe: die erste M wie zum Linksstricken abheben, alle anderen M rechts stricken. Dabei nach 12/9/18/9 M jeweils einen Marker setzen.

HR (1): 1 M wie zum Linksstricken abheben, *bis 1 M vor dem Marker r, Umschlag, 1 M r, Marker abheben, 1 M r, U* [insgesamt 4 x arbeiten], restliche M r. (68 M)

RR (1): 1 M wie zum Linksstricken abheben, restliche M r (Marker dabei einfach abheben).

Diese beiden Reihen so lange wiederholen, bis die Raglanlinie die gewünschte Länge hat (bei passender Maschenprobe nach 17 Wiederholungen (= 196 M), alternativ bei 12 cm schräg an der Raglanlinie gemessen – oder natürlich so, wie ihr es gerne hättet 😊).

Wichtig: In der 3., 10. und 17. HR ein Knopfloch arbeiten: dazu die erste Masche wie zum Linksstricken abheben, die zweite und dritte Masche rechts zusammenstricken und dann einen Umschlag arbeiten; anschließend weiter wie gewohnt die Raglanzunahmen arbeiten.

Abtrennen der Ärmel:

Die nächste HR (HR 18) wie folgt arbeiten:

1 M wie zum Linksstricken abheben, *bis zum nächsten Marker r, Marker entfernen, die folgenden M ohne sie zu stricken mit einer Nähnadel auf einem Hilfsfaden stilllegen, Marker entfernen, 4 M anschlagen* [noch einmal wiederholen], alle restlichen M r.
(rechte Front: 29 M; rechter Ärmel: 43 M; Rücken: 52 M; linker Ärmel: 43 M; linke Front: 29 M – die neu angeschlagenen M sind hier NICHT eingerechnet)

Rumpf:

RR (18): 1 M wie zum Linksstricken abheben, restliche M r. (118 M)

HR (19): 1 M wie zum Linksstricken abheben, restliche M r.

RR (19): 1 M wie zum Linksstricken abheben, restliche M r.

Die beiden letzten Reihen (19) wiederholen, bis die Jacke die gewünschte Länge hat. (Bei mir waren es 30 Wiederholungen, so dass ich nach der HR 48 abgekettet habe).

Wichtig: In den HR 24, 31, 38 und 45 eine Knopflochreihe arbeiten: dazu die erste Masche wie zum Linksstricken abheben, die zweite und dritte Masche rechts zusammenstricken und dann einen Umschlag arbeiten; die restlichen M r.

In der nächsten HR locker rechts abketten (Ich kette immer ca. 4-6 M ab, ziehe dann leicht am Strickstück um die Maschen gleichmäßig auszurichten und kette dann weiter ab).

Ärmel (beide gleich arbeiten):

Ärmel in Reihen:

Die M vom Hilfsfaden auf die Nadel legen.

HR (1): 2 M anschlagen, die M der Nadel r, 2 M anschlagen (47 M)

RR (1): 1 M wie zum Linksstricken abheben, restliche M r.

HR (2): 1 M wie zum Linksstricken abheben, restliche M r.

RR (2): 1 M wie zum Linksstricken abheben, restliche M r.

Die letzten beiden Reihen wiederholen bis die Ärmel die gewünschte Länge haben (bei mir 18 cm bzw. 30 Wiederholungen).

Wichtig: In den HR 4, 7, 10, 13, 16 und 19 wie folgt abnehmen: 1 M wie zum Linksstricken abheben, 2 M zus, r bis 3 M vor Ende, 2 M zus, 1 M r

In der nächsten HR locker rechts abketten. Den Faden lang genug lassen, um ihn später zum Vernähen nutzen zu können (ca. 35-40 cm).

Ärmel in Runden: Für die Ärmel in Runden einfach nach der HR 1 zur Runde schließen und die RR komplett durch linke Maschen ersetzen. Die erste Masche nun nicht mehr abheben, sondern entsprechend der Runde rechts (HR) oder links (RR) stricken. Ansonsten genauso arbeiten.

Nähte schließen:

Die Nähte der Ärmel mit Matratzenstich schließen. Mit dem gleichen Faden die 4 Maschen, die für den Rumpf aufgenommen wurden mit den zweimal 2 Maschen, die rechts und links am Ärmel aufgenommen wurden, verschließen.

Fertigstellen:

Fäden vernähen. Knöpfe annähen. Bei Bedarf waschen und spannen.